Coinbase und die Steuererklärung: Berichte, Kontoauszug und der Weg ins Formular

Coinbase zieht für Kunden in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Steuer ab und schickt keine Steuerformulare. Die Steuerformulare und der Gewinn-Verlust-Bericht gelten nur für US-Kunden. Was Sie bekommen, ist der Kontoauszug mit allen Transaktionen. Hier steht, wo Sie ihn finden, was drinsteht, wie USDC-Belohnungen und Staking zählen und wie die Zahlen in Ihr Formular kommen.

Stand: · von Reinhold Lackner

Steuerabzug durch Coinbasekeiner in AT, DE, CH
Steuerformularenur für US-Kunden
Ihr BerichtKontoauszug, CSV oder PDF
Meldung an die FinanzCARF und CRS, ab 2027 für 2026
Berichte von Coinbase und wer sie bekommt, laut Coinbase-Hilfe
BerichtFür wenWas drinstehtFür die Erklärung in AT, DE, CH
Kontoauszug (Account Statement)alle Kunden, ab KontoeröffnungMonatsauszug oder eigener Zeitraum nach Asset, Transaktionstyp und Datum; HTML, PDF oder CSVdie Grundlage: jede Transaktion mit Datum, Menge und Kurs
Gewinn-Verlust-Bericht (Coinbase Taxes)nur US-KundenGewinne und Verluste nach US-Regelnnicht verfügbar; die Berechnung nach AT-, DE- oder CH-Recht machen Sie oder ein Tool
Formulare 1099-DA, 1099-MISC, 1099-Bnur US-KundenUS-Meldeformularekommen nicht; Formular 1042-S nur bei US-Einkünften mit Quellensteuer
Meldung nach CARF und CRSKunden in der EU, der Schweiz und weiteren LändernCoinbase meldet Tausch, Verkauf und Transfers des Vorjahres an seine Steuerbehörde, die sie weitergibtIhre Erklärung muss dazu passen
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API-Schlüssel nur mit Leserechten, Import kostenlos. Den Steuerbericht bezahlen Sie je Steuerjahr.

Was Coinbase Kunden außerhalb der USA gibt

Coinbase schreibt es selbst: Wer kein US-Kunde ist und sein Konto außerhalb der USA hat, bekommt keine US-Steuerformulare und soll den Kontoauszug für die Steuerpflichten im eigenen Land nutzen. Der Gewinn-Verlust-Bericht aus Coinbase Taxes ist laut der deutschen Hilfeseite für die US-Steuererklärung gedacht und als „nur USA“ markiert.

Einen Ersatz nach österreichischem, deutschem oder Schweizer Recht liefert Coinbase nicht. Die Berechnung mit Haltefrist, gleitendem Durchschnittspreis oder Bestand am Stichtag machen Sie selbst oder mit einem Tool. Das ist der Grund, warum der Kontoauszug vollständig sein muss, nicht nur das letzte Jahr.

Die Kontoauszüge bilden die Aktivität auf Coinbase.com ab, nicht die Wallet-App Coinbase Wallet. Transaktionen von Coinbase Pro, eingestellt im Dezember 2023, bleiben laut Coinbase bis 2027 abrufbar.

Schritt 1: den Kontoauszug herunterladen

Im Browser: Profilsymbol, Einstellungen, Konten, dann Kontoauszüge. In der App: Hauptmenü, Konto und Einstellungen, Kontoauszüge. So beschreibt es die Hilfeseite „Kontoauszüge und Gewinn-/Verlustberichte“.

Dort laden Sie einen Monatsauszug als HTML, PDF oder CSV, oder Sie erzeugen einen eigenen Auszug: Asset, Transaktionstyp und Zeitraum wählen, Format wählen, Erzeugen. Für die Steuer brauchen Sie alle Assets, alle Transaktionstypen und den Zeitraum seit Ihrem ersten Kauf, als CSV. Kontoauszüge sind ab dem Zeitpunkt verfügbar, zu dem das Konto erstellt wurde.

Schritt 2: die Spalten der CSV verstehen

Die Transaktionsliste von Coinbase trägt eine Zeile je Vorgang. Kryptofiskus erkennt den Export an den Spalten „Transaction Kind“ und „Spot Price Currency“. Die übrigen Spalten heißen je nach Ausgabe etwas anders, Coinbase hat sie in den letzten Jahren mehrfach umbenannt; der Inhalt ist gleich geblieben.

  • Zeitstempel: Datum und Uhrzeit der Transaktion. Für die Haltefrist in Deutschland und den Tageskurs in allen Ländern zählt dieser Zeitpunkt.
  • Transaktionsart: Kauf, Verkauf, Tausch (Convert), Senden, Empfangen und Belohnungen. Nach dieser Spalte können Sie laut Coinbase den Auszug auch filtern. Ein Convert ist steuerlich in Deutschland und der Schweiz ein Verkauf und ein Kauf, in Österreich ein steuerneutraler Tausch.
  • Asset und Menge: welcher Coin und wie viel.
  • Spot-Preis-Währung und Spot-Preis: der Kurs zum Zeitpunkt der Transaktion in Ihrer Kontowährung. Das ist der Wert für Einstand und Erlös.
  • Zwischensumme, Gesamtbetrag und Gebühr: Wert vor Gebühr, Wert mit Gebühr, und die Gebühr samt Spread. Die Gebühr erhöht den Einstand beim Kauf und mindert den Erlös beim Verkauf.
  • Notizen: die Beschreibung, die Coinbase der Transaktion mitgibt, etwa die Gegenseite eines Tauschs.

Schritt 3: USDC-Belohnungen und Staking richtig einordnen

USDC Rewards ist laut Coinbase ein von Coinbase finanziertes Treueprogramm für das Halten von USDC. Die Belohnungen laufen täglich auf und werden in der Regel freitags für die Vorwoche in USDC gutgeschrieben; die Rate kann sich je Land und Konto ändern. Zur Steuer sagt Coinbase nur, dass die Regeln je Land verschieden sind und man eine Steuerberatung fragen soll.

Für Ihre Erklärung ist jede Gutschrift ein Zufluss zum Tageskurs, und die erhaltenen USDC haben als Einstand den Wert der Gutschrift. Welche Einkunftsart gilt, ist nicht eindeutig: Coinbase nennt das Programm ausdrücklich ein Treueprogramm und schreibt, dass es Ihre USDC nicht verleiht; es ist also kein Lending im Sinn der Steuerregeln. Kryptofiskus speichert die Gutschriften als Ertrag am Tag des Zuflusses, die Einordnung als Entgelt für die Überlassung, sonstige Leistung oder Einkommen klären Sie mit der Steuerberatung. Die Regeln für Zinsen stehen auf unserer Seite zu Lending.

Staking-Belohnungen erscheinen in der Transaktionsliste als eigene Zeilen. Sie zählen in allen drei Ländern beim Zufluss; wie, steht auf den Länderseiten.

Schritt 4: Überweisungen zwischen Coinbase und Ihren Wallets

Send und Receive sind keine Verkäufe, wenn die Gegenseite Ihre eigene Wallet oder Ihr Konto bei einer anderen Börse ist. Der Einstand und das Kaufdatum wandern mit. In der CSV sieht man das nicht: Ein Send an Ihre Ledger und ein Send an einen Händler sehen gleich aus.

Darum lohnt es sich, alle eigenen Wallets und Börsen in einem Tool anzulegen, bevor der Bericht entsteht. Kryptofiskus erkennt Abgang und Zugang zwischen eigenen Quellen als Übertrag; was offen bleibt, zeigt die Seite „Überträge“ zum Nachsehen.

Was Coinbase nach CARF meldet, enthält laut Hilfeseite auch die Transfers von Kryptowerten. Ein Transfer in die eigene Wallet ist trotzdem kein Verkauf; die Meldung sagt nur, dass Coins das Konto verlassen haben.

Schritt 5: vom Kontoauszug ins Formular

Österreich: Kursgewinne aus Verkäufen gegen Euro und laufende Einkünfte kommen in die Beilage E1kv zur Einkommensteuererklärung, mit 27,5 % auf Neuvermögen. Tausche Coin gegen Coin, auch Convert, sind steuerneutral. Coinbase behält für österreichische Kunden keine KESt ein, Sie erklären selbst.

Deutschland: Verkäufe und Tausche innerhalb eines Jahres sind private Veräußerungsgeschäfte in der Anlage SO, mit der 1.000-Euro-Freigrenze; USDC-Belohnungen und Staking sind sonstige Einkünfte mit der 256-Euro-Freigrenze, ebenfalls in der Anlage SO.

Schweiz: Kursgewinne sind für Private steuerfrei. Der Bestand am 31. Dezember kommt ins Wertschriftenverzeichnis zum Kurs der ESTV, die Erträge in die Rubrik der Vermögenserträge. Als Nachweis dient der Kontoauszug zum Stichtag.

Rechenbeispiel: ein Kauf, ein Convert und USDC-Belohnungen

Sie kaufen am 10. Februar 0,1 BTC für 5.000 Euro, die Gebühr beträgt 60 Euro, der Einstand also 5.060 Euro. Am 20. August tauschen Sie die 0,1 BTC per Convert in ETH; der Spot-Preis in der CSV zeigt 6.500 Euro. Dazu kommen im Jahr 40 Euro USDC-Belohnungen, wöchentlich gutgeschrieben.

  • Deutschland: Der Convert ist eine Veräußerung nach sechs Monaten. Gewinn 6.500 minus 5.060 gleich 1.440 Euro, über der 1.000-Euro-Freigrenze, also voll in der Anlage SO. Die 40 Euro Belohnungen liegen allein unter 256 Euro; mit anderen Leistungen zusammen kann die Grenze fallen. Die ETH starten mit Einstand 6.500 Euro und neuer Jahresfrist.
  • Österreich: Der Convert ist keine Realisierung. Die 5.060 Euro Einstand wandern in die ETH, Steuer fällt erst beim Verkauf gegen Euro an, dann 27,5 %. Die 40 Euro Belohnungen bewerten Sie zum Tageskurs der Gutschrift; ihre Einkunftsart klären Sie mit der Steuerberatung.
  • Schweiz: Der Convert ist für Private steuerfrei. Am 31. Dezember stehen die ETH und die USDC zum Kurs der ESTV im Wertschriftenverzeichnis, die 40 Franken aus den Belohnungen beim Einkommen.

Was Coinbase an die Finanz meldet

Coinbase erhebt nach eigener Angabe Name, Adresse, Geburtsdatum, steuerliche Ansässigkeit und Steuernummer über eine Selbstauskunft und meldet die Kryptoaktivität des Vorjahres an seine lokale Steuerbehörde, die sie mit den Behörden Ihres Wohnsitzlandes teilen kann. Meldepflichtig nach CARF sind Tausch Krypto gegen Geld, Krypto gegen Krypto und Transfers; nach CRS die Guthaben in bestimmten Wallets. Die ersten Meldungen nennt Coinbase für 2027 über das Kalenderjahr 2026.

Seit 1. Januar 2026 müssen neue Kunden in der EU alle Steuerwohnsitze und Steuernummern bei der Eröffnung angeben; Bestandskunden werden dazu aufgefordert. Wer in der EU 60 Tage lang keine Steuerdaten liefert, kann laut Coinbase nicht mehr handeln und nicht auszahlen, bis die Angaben vorliegen. Für die Schweiz gilt die Pflicht für neue Kunden ab 1. Januar 2027.

Wie Kryptofiskus Coinbase liest

Mit einem API-Schlüssel, der nur „View“ darf, liest der Sync Käufe, Verkäufe, Advanced-Trades, Ein- und Auszahlungen aller Coinbase-Konten und die USDC-Zinsen als Ertrag am Tag des Zuflusses. Staking-Belohnungen liefert die Schnittstelle noch nicht: Die tragen Sie aus dem CSV-Export nach, sonst fehlt den Coins der Einstand. Ein Coin, den Sie vor dem Verbinden ganz verkauft hatten, kann fehlen.

Der CSV-Export wird beim Hochladen erkannt. Was Sie nachtragen oder schätzen, listet der Steuerbericht unter „Manuelle Angaben“; dafür sind Sie verantwortlich.

Zieht Coinbase in Österreich die KESt ab?

Nein. Coinbase behält für Kunden in Österreich keine Kapitalertragsteuer ein; anders als bei Bitpanda erklären Sie Gewinne und laufende Einkünfte selbst in der E1kv und zahlen 27,5 % auf Neuvermögen. Für Deutschland und die Schweiz zieht keine Börse Steuer ab.

Brauche ich den Gewinn-Verlust-Bericht von Coinbase?

Sie bekommen ihn außerhalb der USA nicht, und er würde nach US-Regeln rechnen. Für Österreich braucht es den gleitenden Durchschnittspreis je Coin, für Deutschland die Jahresfrist je Anschaffung, für die Schweiz den Bestand am Stichtag. Das rechnet ein Tool aus dem vollständigen Kontoauszug oder dem API-Zugang.

Reicht der Auszug des letzten Jahres?

Nein. Für den Einstand braucht die Rechnung jeden Kauf seit der Kontoeröffnung, auch wenn er Jahre zurückliegt. Kontoauszüge sind laut Coinbase ab dem Zeitpunkt verfügbar, zu dem das Konto erstellt wurde; laden Sie den Zeitraum von dort bis heute.

Was noch nicht geklärt ist

Drei Punkte. Coinbase veröffentlicht keine Liste der CSV-Spalten mit Erklärung; die Beschreibung oben stammt aus den Exporten, die unser Import erkennt, und kann nach einer Umbenennung durch Coinbase abweichen. Die Einkunftsart der USDC-Belohnungen, die Coinbase als Treueprogramm bezeichnet, beantwortet keine der gelesenen Quellen für Österreich, Deutschland oder die Schweiz. Und wann Coinbase die erste CARF-Meldung für Kunden in Österreich und Deutschland abgibt, nennt die Hilfeseite nur als „teils schon 2027 für 2026“; die Frist der jeweiligen Behörde steht nicht dort.

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Quellen (in eigenen Worten zusammengefasst): Coinbase Help: Tax information for non-US customers, Coinbase Help: Kontoauszüge und Gewinn-/Verlustberichte, Coinbase Help: Download your tax reports, Coinbase Help: CARF and CRS Tax Reporting, Coinbase Help: USDC Rewards Overview. Keine Steuer- oder Rechtsberatung, ohne Gewähr. Lassen Sie wichtige Entscheidungen von Ihrer Steuerberatung prüfen.