DAC8 & CARF: Die neue Krypto-Meldepflicht ab 2026
Seit 1.1.2026 müssen Börsen, Broker und Wallet-Anbieter Krypto-Transaktionen automatisch an die Finanzbehörden melden. Diese Seite erklärt, was DAC8 und CARF sind und was das konkret für deine Steuererklärung in Österreich bedeutet.
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Was ist DAC8?
DAC8 ist die 8. Änderung der EU-Amtshilferichtlinie (Directive on Administrative Cooperation). Sie setzt den von der OECD entwickelten globalen Meldestandard CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) verbindlich in EU-Recht um und regelt den automatischen Informationsaustausch über Kryptowerte zwischen den Steuerbehörden der Mitgliedstaaten.
Was ist CARF?
CARF ist der OECD-Standard, auf dem DAC8 aufbaut - vergleichbar mit dem Common Reporting Standard (CRS), der seit Jahren für Bankkonten gilt, nur eben für Kryptowerte. CARF wird nicht nur in der EU, sondern von zahlreichen OECD-Partnerstaaten weltweit umgesetzt, wodurch der Informationsaustausch weit über die EU-Grenzen hinausreicht.
Zeitplan: Ab wann gilt das?
Die EU-Mitgliedstaaten mussten DAC8 bis 31.12.2025 national umsetzen, die Vorschriften gelten seit 1.1.2026. Österreich hat die Frist eingehalten. Krypto-Dienstleister sammeln damit seit 1.1.2026 die meldepflichtigen Daten für das gesamte Jahr 2026 - die erste tatsächliche Meldung an die Finanzbehörden und der automatische Austausch zwischen den Staaten erfolgen 2027. Der Stichtag für die Meldung der Daten von 2026 ist der 31.7.2027.
Das österreichische Gesetz dazu
Österreich hat DAC8 mit dem Krypto-Meldepflichtgesetz (BGBl. I 96/2025) und einer Durchführungsverordnung (BGBl. II 331/2025) umgesetzt. Betroffen sind Personen mit Wohnsitz in Österreich, in der EU und in OECD-Staaten, mit denen Österreich einen Austausch vereinbart hat. Du bekommst von der Meldung nichts mit, sie läuft automatisch.
Wer ist meldepflichtig?
Meldepflichtig sind "Crypto-Asset Service Provider" (Kryptodienstleister): Börsen, Broker, Wallet-Anbieter und andere Vermittler von Kryptowerten. Das gilt auch für Anbieter mit Sitz außerhalb der EU, sobald sie Kundinnen und Kunden in der EU bedienen - eine Plattform im Ausland zu nutzen, macht Transaktionen also nicht unsichtbar für die Finanz.
Was genau wird gemeldet?
Gemeldet werden Identitätsdaten der Nutzer (Name, Adresse, Steuernummer, Wohnsitzstaat, Geburtsdaten) und die Daten des Anbieters (inklusive LEI). Pro Kryptowert kommen dazu: Name, Menge, Zahl der Transaktionen, Fiat-Werte, der Marktwert bei Tausch zwischen Kryptowerten und Überweisungen an externe Wallets. Die Behörde eines Landes erhält so automatisch Informationen über Krypto-Aktivitäten ihrer Steuerpflichtigen, auch wenn diese über eine Plattform in einem anderen Land abgewickelt wurden.
Was bedeutet das für dich als Anleger in Österreich?
DAC8 führt keine neue Steuer ein - die bestehenden Regeln (27,5% KESt seit der Reform vom 1.3.2022) bleiben unverändert. Was sich ändert, ist die Transparenz: Deine Krypto-Transaktionen, auch auf ausländischen Plattformen, können künftig automatisch mit deiner Steuererklärung abgeglichen werden. Die Pflicht zur korrekten und vollständigen Erklärung gewinnt dadurch an Bedeutung, und eine lückenlose Dokumentation aller Transaktionen wird wichtiger als je zuvor.
Du hast bisher etwas nicht erklärt?
Dann zählt der Zeitpunkt. Wer sich selbst meldet, bevor die Behörde von den Daten weiß, kann eine Strafbefreiung bekommen (Selbstanzeige). Danach drohen Nachzahlung, Zinsen und Strafen. Sprich mit deiner Steuerberatung, bevor die ersten Meldungen 2027 bei der Finanz ankommen.
Was du jetzt tun solltest
Erfasse alle deine Krypto-Transaktionen vollständig - auch auf Exchanges außerhalb Österreichs und Transfers zwischen eigenen Wallets/Konten. Kryptofiskus berechnet deine realisierten Gewinne und laufenden Einkünfte per FIFO-Methode und füllt die Beilage E1kv automatisch aus, damit deine Steuererklärung schon heute mit dem übereinstimmt, was ab 2027 automatisch gemeldet wird.
→ Wie Kryptogewinne in Österreich seit 1.3.2022 besteuert werden
Keine Steuerberatung. Zusammenfassung ohne Gewähr – vor Abgabe von einem Steuerberater prüfen lassen.